Rückblick AMK 2019

Im Spannungsfeld zwischen Überregulierung und Innovation

„Wir gelten als die letzten Vegetarier unter Fleischfressern“ – mit diesen Worten zur Außenwahrnehmung der Europäischen Union eröffnete Sigmar Gabriel, Ex-Bundesminister und Vizekanzler, die BVI Asset Management Konferenz im Gesellschaftshaus des Palmengartens in Frankfurt. Gabriel skizzierte für die erneut über 500 Gäste die neuen wirtschaftlichen, geopolitischen und militärischen Machtachsen und mahnte die Europäische Union zu mehr Souveränität: „Wenn Europa in dieser neuen G-2-Welt zwischen den USA und China nicht aufgerieben werden will, muss es weit mehr als in der Vergangenheit lernen müssen, ein weltpolitischer Akteur zu werden.“ Das Zeitalter des Europa-Zentrismus sei vorbei. „Nicht mehr der Atlantik, sondern der Pazifik ist das neue Gravitationszentrum der Welt“. Das nächste Jahrzehnt werde entscheidend sein für die Zukunft der EU. Nur, wenn es gelinge, inmitten der tektonischen Verschiebungen ökonomisch erfolgreich zu bleiben, werde die EU weiter ein Akteur auf der weltpolitischen Bühne bleiben.

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger plädierte angesichts der technologischen Übermacht Chinas und der USA für eine Bündelung der Kräfte, etwa in der europäischen Forschungspolitik. „Wir brauchen im Wettbewerb der Werteordnungen eine stärkere EU“, so Oettinger. Auch Deutschland verspiele gerade seinen Wettbewerbsvorsprung. „Deutschland droht wieder der kranke Mann Europas zu werden. Wir bewegen uns unterhalb unserer Wachstumsmöglichkeiten.“

Weitere spannende Vorträge gab es zu den Themen Nachhaltigkeit, Altersvorsorge und die Chancen von künstlicher Intelligenz. Daneben gaben die BVI-Rechtsexperten einen Überblick zur Überregulierung durch MiFID II und PRIIPs. Durch das Programm führte Corinna Wohlfeil, Moderatorin bei n-tv.

Die nächste BVI Asset Management Konferenz wird am 22. September 2020 stattfinden.

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